
Einführung in die chemische Charakterisierung von Medizinprodukten
1. Grundbegriffe
Chemische Charakterisierung: Nach ISO 10993-18 der Prozess, die Materialien eines Medizinprodukts sowie die Chemikalien, die unter klinischen Anwendungsbedingungen freigesetzt werden können, zu identifizieren und qualitativ sowie quantitativ zu analysieren.
Kernziele:
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Identifizierung von Chemikalien, die aus dem Medizinprodukt in den Körper gelangen können
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Bereitstellung chemischer Informationen als Input für die biologische Beurteilung
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Reduzierung von Tierversuchen (Ersatz einzelner biologischer Prüfungen durch Nachweise der chemischen Gleichwertigkeit)
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Bewertung der Auswirkungen von Material- und Prozessänderungen auf die Produktsicherheit
Warum sie wichtig ist: Die chemische Charakterisierung ist ein Kernelement der modernen biologischen Beurteilung von Medizinprodukten. Biokompatibilitätsbewertungen nach FDA und EU-MDR stützen sich zunehmend auf Daten der chemischen Charakterisierung statt allein auf Tierversuche.
2. Wichtige Vorschriften und Normen
| Norm/Leitfaden | Inhalt |
|---|---|
| ISO 10993-1:2018 | Rahmen für die biologische Beurteilung im Risikomanagementprozess |
| ISO 10993-17:2023 | Toxikologische Risikobewertung von Bestandteilen von Medizinprodukten (neue Ausgabe, ersetzt die alte) |
| ISO 10993-18:2020 + A1:2022 | Chemische Charakterisierung von Werkstoffen für Medizinprodukte (Kernnorm) |
| ISO/TS 21726:2019 | Anwendung des Schwellenwerts toxikologischer Bedenklichkeit (TTC) in der biologischen Beurteilung |
| FDA-Leitfaden (2020) | Anwendung der internationalen Norm ISO 10993-1 für die biologische Beurteilung von Medizinprodukten |
| FDA-Leitfadenentwurf (2021) | Chemische Analytik für die Biokompatibilitätsbewertung / chemische Charakterisierung |
| GB/T 16886.18 | Entsprechende chinesische Norm (identische Übernahme der ISO 10993-18) |
| USP <661>/<665> | Bewertung von Materialien für pharmazeutische Verpackungs-/Herstellungssysteme |
| ICH Q3D | Leitlinie zu elementaren Verunreinigungen (als Referenz) |
3. Wichtige Begriffe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Leachables (Migrate) | Chemikalien, die unter tatsächlichen Anwendungsbedingungen aus dem Produkt freigesetzt werden |
| Extractables (Extrahierbare Stoffe) | Chemikalien, die unter verschärften Bedingungen aus dem Produkt extrahiert werden (> tatsächliche Freisetzung) |
| Ziel-Leachables | Bestimmte bekannte bedenkliche Stoffe |
| Unbekannte Leachables | Durch nicht zielgerichtete Analytik entdeckte Stoffe |
| AET (analytischer Bewertungsschwellenwert) | Analytical Evaluation Threshold – Stoffe unterhalb dieses Werts können unberücksichtigt bleiben |
| TTC (Schwellenwert toxikologischer Bedenklichkeit) | Threshold of Toxicological Concern – ein allgemeiner Sicherheitsschwellenwert |
| TI (tolerierbare Aufnahme) | Tolerable Intake – die tolerierbare tägliche Aufnahme eines Stoffes |
| MoS (Sicherheitsabstand) | Margin of Safety = TI / tatsächliche Exposition |
| PDE (zulässige tägliche Exposition) | Permitted Daily Exposure (zulässige tägliche Exposition) |
4. Ablauf der chemischen Charakterisierung (ISO 10993-18)
1. Informationserhebung (Rezeptur, Prozess, Kontaktbedingungen) ↓ 2. Risikobewertung und Bedarfsermittlung ↓ 3. Plan der chemischen Charakterisierung ↓ 4. Probenvorbereitung (Simulation der tatsächlichen Anwendung) ↓ 5. Extraktionsstudie ↓ 6. Chemische Analyse (qualitativ + quantitativ) ↓ 7. Datenauswertung und AET-Berechnung ↓ 8. Toxikologische Risikobewertung (TRA, ISO 10993-17) ↓ 9. Entscheidung, ob zusätzliche biologische Prüfungen erforderlich sind
5. Stufen der chemischen Charakterisierung (ISO 10993-18)
Schritt 1: Informationserhebung
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Materialzusammensetzung (Rezeptur, Additive, Katalysatoren)
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Herstellungsprozesse (Sterilisation, Reinigung, Prozesshilfsstoffe)
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Art des Körperkontakts (Ort, Dauer, Fläche)
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Vorhandene chemische/toxikologische Daten
Schritt 2: Bewertung der chemischen Gleichwertigkeit
Sind die Materialien mit denen eines bereits vermarkteten Produkts gleichwertig, kann auf einzelne Prüfungen verzichtet werden.
Schritt 3: Eigentliche chemische Charakterisierung
Auswahl je nach Risikostufe:
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Zielgerichtete Analytik: für bekannte bedenkliche Stoffe
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Nicht zielgerichtete Analytik: Screening auf unbekannte Stoffe
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Semiquantitative/quantitative Analytik
6. Extraktionsstudie
Drei Elemente der Extraktionsbedingungen
| Element | Optionen |
|---|---|
| Polarität | Polar (Wasser), semipolar (Isopropanol/Ethanol), unpolar (Hexan) |
| Temperatur | 37 °C (simuliert), 50 °C, 70 °C, 121 °C (verschärft) |
| Dauer | 24 h, 72 h, wiederholte Extraktion bis zur Erschöpfung |
Extraktionsarten
| Art | Beschreibung |
|---|---|
| Simulierende Extraktion | Simuliert die tatsächlichen Anwendungsbedingungen |
| Verschärfte Extraktion | Strenger als die tatsächlichen Bedingungen |
| Erschöpfende Extraktion | Bis keine weiteren Stoffe mehr freigesetzt werden (jede Extraktion <10 % der vorherigen) |
Übliche Kombinationen von Extraktionsmitteln
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Polar: gereinigtes Wasser, Kochsalzlösung
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Semipolar: 50 % Ethanol, Isopropanol
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Unpolar: Hexan, Dichlormethan, Maisöl
Typischer Plan: drei Lösungsmittel unterschiedlicher Polarität × verschärfte Bedingungen × geeignete Temperatur und Dauer
7. Analytische Verfahren und ihr Anwendungsbereich
Wichtigste instrumentelle Verfahren
| Verfahren | Vollständige Bezeichnung | Geeignet für |
|---|---|---|
| GC-MS | Gaschromatographie–Massenspektrometrie | Flüchtige/schwerflüchtige organische Verbindungen (VOC/SVOC) |
| HS-GC-MS | Headspace-GC-MS | Leichtflüchtige organische Verbindungen |
| LC-MS/HRMS | Flüssigchromatographie–(hochauflösende) Massenspektrometrie | Nichtflüchtige organische Verbindungen (NVOC) |
| ICP-MS | Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma | Metalle und anorganische Elemente |
| ICP-OES | Optische Emissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma | Metalle |
| IC | Ionenchromatographie | Anionen, Kationen, organische Säuren |
| FTIR | Fourier-Transform-Infrarotspektroskopie | Materialidentifizierung, funktionelle Gruppen |
| NMR | Kernspinresonanz | Strukturbestätigung |
| TOC | Analyse des gesamten organischen Kohlenstoffs | Gesamter organischer Gehalt |
| UV-Vis | UV-Vis-Spektralphotometrie | Bestimmte lichtabsorbierende Stoffe |
Typische Analytikkombination
Verschiedene Stoffarten erfordern eine Kombination von Methoden – keine einzelne Methode erfasst alle Leachables:
Organische Analytik: Leichtflüchtig → HS-GC-MS Schwerflüchtig → GC-MS Nichtflüchtig → LC-MS (positiver/negativer Ionenmodus), HRMS Anorganische Analytik: Metalle → ICP-MS / ICP-OES Anionen → IC Ergänzend: TOC (Übersicht), FTIR (Materialidentifizierung)
8. Berechnung des AET (analytischer Bewertungsschwellenwert)
Der AET ist der „Schwellenwert“ für die Entscheidung, ob eine Chemikalie weiter bewertet werden muss.
Grundformel
$$AET = frac{DBT times A}{B times UF}$$
Dabei gilt:
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DBT (dosisbasierter Schwellenwert): eine auf dem TTC basierende Tagesdosis, üblicherweise 1,5 μg/Tag (sensibilisierende Stoffe) oder 120 μg/Tag (nicht sensibilisierende Stoffe)
-
A: Gesamtvolumen des Extrakts
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B: Masse bzw. Anzahl der pro Tag in Kontakt kommenden Produkte
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UF: Unsicherheitsfaktor (üblicherweise 1,5–2)
Anwendungsregeln
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Stoffe unterhalb des AET → können unberücksichtigt bleiben
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Stoffe oberhalb des AET → erfordern Identifizierung + toxikologische Bewertung
Die Kontaktdauer bestimmt den Schwellenwert (ISO/TS 21726)
| Kontaktdauer | TTC-Basiswert |
|---|---|
| ≤24 Stunden | 120 μg/Tag |
| >24 h bis 30 Tage | 20 μg/Tag |
| >30 Tage bis 10 Jahre | 1,5 μg/Tag |
| Lebenslang (>10 Jahre) | 1,5 μg/Tag |
Stoffe von besonderer Bedenklichkeit (Kanzerogene der „Cohort of Concern“): kein sicherer Schwellenwert; Einzelfallbewertung erforderlich.
9. Toxikologische Risikobewertung (TRA) – ISO 10993-17
Nach der chemischen Charakterisierung müssen die identifizierten Stoffe toxikologisch bewertet werden:
Bewertungsschritte
1. Stoffidentifizierung (CAS-Nummer, Struktur) ↓ 2. Abruf toxikologischer Daten (maßgebliche Datenbanken) ↓ 3. Festlegung der TI (tolerierbare Aufnahme)/PDE ↓ 4. Berechnung der tatsächlichen Exposition (EDI) ↓ 5. Berechnung des Sicherheitsabstands MoS = TI / EDI ↓ 6. Entscheidung: MoS ≥ 1 → akzeptabel MoS < 1 → weitere Bewertung oder Risikokontrolle
Gängige toxikologische Datenbanken
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ECHA (Europäische Chemikalienagentur)
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PubChem (National Institutes of Health, USA)
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TOXNET
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IARC (Einstufung von Kanzerogenen)
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NIOSH/REACH/GRAS -Listen
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Cosmetic Ingredient Review(CIR)
10. Zusammenhang zwischen chemischer Charakterisierung und biologischen Prüfungen
Die neue ISO 10993-1 betont einen Bewertungsansatz nach dem Prinzip „Chemie zuerst“ :
Risikoidentifizierung ↓ Chemische Charakterisierung + toxikologische Bewertung ↓ ┌────┴────┐ ↓ ↓ Risiko beherrscht Risiko unklar ↓ ↓ Verzicht auf entsprechende Zusätzliche biologische Prüfungen biologische Prüfungen (Zytotoxizität, Sensibilisierung, Irritation usw.)
Biologische Prüfungen, die durch chemische Charakterisierung ersetzt/reduziert werden können:
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Systemische Toxizität (subakut, subchronisch, chronisch)
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Genotoxizität
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Kanzerogenität
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Reproduktions- und Entwicklungstoxizität
Weiterhin direkt erforderliche biologische Prüfungen:
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Zytotoxizität (häufig als Basisscreening)
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Sensibilisierung und Irritation (lokale Reaktionen, die die chemische Charakterisierung kaum vorhersagen kann)
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Implantationsprüfungen (lokale Gewebereaktionen)
11. Schwerpunkte bei verschiedenen Produkten
| Produktart | Wichtigste bedenkliche Stoffe |
|---|---|
| PVC-Infusionsbestecke | Weichmacher DEHP/DINP |
| Implantate (Metall) | Freisetzung von Nickel, Kobalt, Chrom, Titan |
| Knochenzement (PMMA) | MMA-Restmonomer |
| EO-sterilisierte Produkte | EO/ECH-Rückstände |
| Strahlensterilisierte Polymere | Strahlenbedingte Abbauprodukte |
| Silikon/Gummi | Siloxan-Oligomere D4/D5/D6 |
| Klebstoffe/Druckfarben | Bisphenol A, Photoinitiatoren |
| Beschichtete Katheter | Abbauprodukte der Beschichtung, Initiatoren |
12. Häufige Missverständnisse bei der chemischen Charakterisierung
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TOC allein ersetzt keine chemische Charakterisierung: TOC liefert nur Gesamtinformationen und kann keine einzelnen Stoffe identifizieren
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Zu milde Extraktionsbedingungen: potenziell riskante Stoffe werden übersehen; verschärfte Bedingungen werden empfohlen
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Fehlerhafte AET-Berechnung: Unterschiede in Kontaktdauer und Kontaktfläche werden ignoriert
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Unbekannte Stoffe nicht identifiziert: nur „unbekannt X“ angeben, ohne eine Strukturaufklärung zu versuchen
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Semiquantitative Daten ignoriert: auch ohne exakte Quantifizierung sind semiquantitative Daten wertvoll
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Verwechslung von Extractables und Leachables: Extractables ≠ Leachables; beide müssen unterschieden werden
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Unzureichende Methodenvalidierung: LOD/LOQ, Wiederfindung und Wiederholbarkeit müssen validiert werden
13. Regulatorische Trends
FDA
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Der Leitfaden von 2020 betont die chemische Charakterisierung als Kern der biologischen Beurteilung
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Ermutigt dazu, Tierversuche wie chronische Toxizität und Kanzerogenität durch chemische Charakterisierung zu ersetzen
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Fordert detaillierte Daten zur Methodenvalidierung und Qualitätskontrolle
EU-MDR
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Schwerpunkt auf einer vollständigen toxikologischen Risikobewertung
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Strengere Anforderungen an chemische Daten für Hochrisiko-Implantate
NMPA (China)
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GB/T 16886.18 ist eine identische Übernahme der ISO 10993-18
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Zunehmende Akzeptanz von Daten der chemischen Charakterisierung, wobei klassische biologische Prüfungen weiterhin die Regel sind
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Neue Leitlinien nähern sich schrittweise den internationalen Trends an
14. Wesentliche Inhalte eines Berichts zur chemischen Charakterisierung
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Probeninformationen: Rezeptur, Chargennummer, Sterilisationsverfahren, Herstellungsprozess
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Informationen zur klinischen Anwendung: Kontaktort, Kontaktdauer, Körperkontaktfläche/-masse
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Extraktionsplan: Lösungsmittel, Temperatur, Dauer, Verhältnis Probe zu Lösungsmittel, Begründung
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Analytische Methoden: Gerätebedingungen, Referenzstandards, Daten zur Methodenvalidierung
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AET-Berechnung
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Liste der nachgewiesenen Stoffe: CAS-Nummern, Konzentrationen, Messunsicherheit
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Toxikologische Bewertung: Herkunft der TI/PDE, MoS-Berechnung
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Schlussfolgerung: ob das Risiko akzeptabel ist und ob zusätzliche Prüfungen erforderlich sind
15. Typische Projektdauer und Kosten
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Vollständige chemische Charakterisierung + TRA: 8–16 Wochen
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Vereinfachte Projekte: 4–8 Wochen
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Kosten: von Zehntausenden bis Hunderttausenden RMB (abhängig von Komplexität und Produktkategorie)
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Einflussfaktoren: Anzahl der Materialien, Kontaktdauer, Vorhandensein von Metallen, Tiefe der Identifizierung unbekannter Stoffe
